mamour, mon amour

  • 2014
  • Bern Switzerland
  • Photography,Video,Audio,Website

Die Geschichte einer Liebe. Oder einer Ehe? Die Schweizerin Lena und der Senegalese Mamour, der ohne Papiere in der Schweiz lebt, heiraten – und Dominik Galliker ist für seine Multimediareportage "Mamour, mon amour" dabei.
Die kurzen, einfühlsamen Texte beschreiben den Tag der Hochzeit sowie die Geschichte der Beziehung, die Unsicherheit Lenas und das Drängen Mamours, damit sie gemeinsam ein angstfreies Leben führen können. Videos der Protagonisten und der Hochzeitsgäste und Schwarz-Weiß-Fotos vervollständigen das Stimmungsbild.

Preis verliehen für Konzept, Autorenschaft und Umsetzung

Internetadresse: mamour.ch
Anbieter: BZ Berner Zeitung

Verantwortliche Personen: Daniel Barben (Umsetzung), Dominik Galliker (Konzept, Autorenschaft und Umsetzung), Enrique Muñoz García (Umsetzung)

Begründung der Jury
Wie die Liebe ist auch dieses "Scrollytelling" ein kleines Wunder. Sein Inhalt ist klassischer Stoff: eine Liebesgeschichte. Und die Form ist genial: Der Nutzer wird gezwungen, 161 Einzelfolien durchzuklicken bis zum großen Versprechen.

Das Angebot zwingt einen, Seite für Seite nach vorne zu scrollen, und der Nutzer hat keine Möglichkeit, mit Hilfe der Navigation zum Ende der Geschichte zu springen. Diese beabsichtigte Beschränkung macht ungeduldig, weil es zur Gewohnheit geworden ist, rumzusurfen, zu klicken, zu springen, die Interaktion zu steuern. Bei der Schweizerin Lena und dem Senegalesen Mamour, der ohne Papiere in der Schweiz lebt, geht es auch um das Warten und um das Ungewisse, die mangelnde Kontrolle, das Schicksal eines Flüchtlings. Ja oder Nein? Vor oder zurück? Diese Geschichte zieht einen in ihren Bann. Schnell wird deutlich, dass die reduzierte Form, der Zwang der Linearität, unmittelbar im Zusammenhang mit der Geschichte steht. Somit hat nicht nur die einfühlsam erzählte, auf das Wesentliche konzentrierte Lovestory die Jury begeistert, sondern auch die außergewöhnliche Erzählform, die die lineare Form als Stilmittel einsetzt.

Das Web-Experiment besticht durch seine Texte, Audios, Videos und herausragenden Fotos. Der Schwarz-Weiß-Wechsel der Seiten ist ein einfaches, aber elegantes Mittel, das nicht nur die Protagonisten repräsentiert, sondern auch die Gegenwart (weiß) und die Vergangenheit (schwarz) beleuchtet. Diese Reduzierung erzeugt größtmögliche Wirkung: es wird Nähe hergestellt. Dadurch wird "Mamour, mon amour" zum Appell, bis zum Ende durchzugucken, genau hinzusehen und auf Zwischentöne zu achten.

reviews

"Eine Online-Reportage der Berner Zeitung hat gestern den renommierten Grimme Online Award erhalten. Die Geschichte über ein binationales Paar «Mamour, mon amour» wurde als «genial» und als «klei- nes Wunder» gewürdigt. Das Team hinter www.mamour.ch: Autor Dominik Galliker, Gestalter Daniel Barben und Fotograf Enrique Muñoz García.

Berner Zeitung, 2015

"Für ihre sensible Liebesgeschichte, die grosse Hürden überwindet, haben Enrique Muñoz Garcia, Dominik Galliker und Daniel Barben kürzlich den Grimme-Online-Award erhalten. Der Award gilt als renommiertester Online-Medienpreis im deutschsprachigen Raum. Seit 2001 zeichnet das Grimme-Institut hochwertige Online-Angebote aus. Insgesamt wurden in diesem Jahr acht Auszeichnungen in vier Kategorien vergeben. Die Jury konnte dabei aus fast 1400 eingereichten Arbeiten ihre Auswahl treffen.

Den Juroren gefiel an «Mamour, mon amour» ganz besonders das «Scrollytelling». Der Nutzer bewegt sich am Bildschirm selbständig durch die Doku, dabei wird er allerdings gezwungen, bis zum Happy End 161 Einzelfolien durchzuklicken."

Alice Henkes, Bieler Tagblatt, 2015

«Mamour, mon amour» ist eine ausgezeichnete Geschichte. Sie handelt von der Hochzeit zwischen der Schweizerin Lena und dem Sans-Papiers Mamour aus dem Senegal. Sie beschreibt in Wort, Ton, Bild und Video die Hochzeit, die Unsicherheit Le- nas, das Drängen Mamours und die Hoffnung beider auf ein gemeinsames Leben. Dafür erhielten die drei Macher am Donnerstagabend in Köln den renommierten Grimme- Online-Award. Hinter der Multimediareportage stehen der Journalist Dominik Galliker (23), der Infografiker Daniel Barben (39) und der Fotograf Enrique Muñoz Garcia (43).

Bis zuletzt habe er nicht mit einem Sieg gerechnet, sagt Galliker, der den Preis stellvertretend für das Team entgegengenommen hat. Tatsächlich war die Konkurrenz gross: Die Jury wählte den BZ-Beitrag aus 1400 Arbeiten aus. Die Konkurrenz kam unter anderem aus renommierten Medien wie dem «Spiegel» oder vom Kultursender Arte. «Es ist toll, dass wir als kleines Team einer eher kleinen Zeitung und mit wenig Budget so etwas erreichen konnten», freut sich Daniel Barben.

Dass «Mamour, mon amour» nominiert wurde, ist Zufall: Laut Barben hatte Brigitte Baetz, ein Mitglied der Nominierungskommission, die Geschichte im Internet entdeckt und eingereicht. Die Jury sah im «Scrollytelling» denn auch «ein kleines Wunder» und zeigte sich von der sensibel erzählten Lovestory ebenso begeistert wie von der aussergewöhnlichen Erzählform.

Berner Zeitung, 2015

press

  • 2015
  • Bieler Tagblatt
  • Geniales «Scrollytelling»
  • [pdf]
  • 2015
  • Bieler Tagblatt
  • Mamour, mon amour
  • [pdf]
  • 2015
  • Thuner Tagblatt
  • BZ-Team gewinnt Grimme-Award
  • [pdf]
  • 2015
  • Berner Zeitung
  • BZ-Teat gewinnt den Grimme-Online-Award
  • [pdf]
  • 2015
  • Berner Zeitung
  • Grosse Ehre für die BZ
  • [pdf]